Über den Mut, Vertrauen zu haben
Von null zum Serienstart in nur fünf Monaten
Schlank, sportlich und innovativ ist nicht nur der X-Bow selbst, sondern auch die Logistik hinter dem Leichtgewicht-Sportwagen von KTM. Das war auch von Anfang an notwendig, galt es doch, in nur wenigen Monaten eine komplette Automobilproduktion auf die Beine zu stellen. Vom Projektbeginn in einer leeren Halle im Jänner 2008 dauerte es nur 5 Monate bis zum Start der Kleinserienfertigung im darauf folgenden Juni.
Ohne Hierarchien aber mit Vertrauen
Das Kernteam zur Planung der Mehrwegladungsträger etwa setzte sich nur aus dem Logistikleiter und seinem Ansprechpartner bei der Firma KR-Porsiplast zusammen. In regelmäßigen Meetings traf man sich 1 bis 2 Mal pro Woche „face-to-face“, um offene Punkte abzuklären und sich gegenseitig upzudaten. Man verzichtete also auf unnötige Hierarchien und unflexible Entscheidungsprozesse und baute vielmehr auf gegenseitiges Vertrauen. Letzteres war dann auch das wesentliche Kriterium für die Auswahl der Lieferanten. Da kaum Zeit für Tests, Experimente oder Verhandlungen war, wählte man jene Unternehmen, welche sich schon bei anderen Projekten als verlässliche Partner erwiesen hatten.
Innovativ, standardisiert, modular
Aufgrund seiner positiven Erfahrungen entschied sich der Projektleiter und ehemalige Magna Steyr-Logistiker Franco Lanzoni beispielsweise für Schoeller Arca Systems als Lieferant für Kunststoffbehälter. Die Anforderungen an die Gebinde waren klar und einfach formuliert: Innovativ sollten sie sein, in Standardgrößen verfügbar und modular einsetzbar. Der Behälterlieferant mit Sitz im niederösterreichischen Wiener Neustadt erfüllte diese Kriterien problemlos und ermöglichte mit kurzen Lieferzeiten ein rasches Weiterkommen im Projekt.
Ganzheitliche Behälterplanung und sprechende Behälter
Im Rahmen einer ganzheitlichen Behälterplanung versuchte man unter Anderem die entsprechenden Lieferanten möglichst früh in das Projekt einzubinden und entwickelte ein einfaches und transparentes System der Behälterbezeichnung. „Wir haben sprechende Behälter; die Behälterbezeichnungen sind selbsterklärend. Keine komplizierten Codes oder Nummern, sondern ein einfaches System, das beispielsweise auch die Teilenummer selbst mit dem Gebinde verheiratet“, erklärt Logistikleiter Lanzoni.
Geplant wurden die Gebinde in der Startphase für 450 Einzelteile; mittlerweile liegt das Teilespektrum bei etwa 780 Stück von über 120 verschiedenen Lieferanten. 80% der Teile werden bereits im richtigen Ladungsträger beigebracht. Dies vereinfacht nachfolgende Prozesse und erspart etwaige Entsorgungskosten einer Kartonverpackung.
Gut 4/5 der Behälter sind mit einem Innenleben (wie Gefache, Werkstückträger oder Textileinlagen) ausgestattet. Klassisches Schüttgut ist Mangelware, was auf die geringeren Stückzahlen und die hochwertigen Materialien zurückzuführen ist.
Insgesamt dauerte die Planung und Umsetzung der Ladungsträger lediglich anstatt der branchenüblichen 9-12 Monate. Der Mut, Vertrauen in seine Lieferanten zu haben, war dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor.